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Die Taschengeldtabelle

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Hat ein Kind oder ein Jugendlicher einen Rechtsanspruch auf Taschengeld? Leider nein. Das ist in keinem Gesetz geregelt. Aber gibt es nicht den sogenannten Taschengeldparagraphen? Ja, diesen gibt es. Aber dieser sagt aus, dass sich ein junger Mensch mit frei verfügbarem Geld auch ohne ausdrückliche Einverständniserklärung der Eltern etwas kaufen kann. Ob und wieviel Taschengeld jemand bekommt, das hat mit dem Taschengeldparagraphen nichts zu tun.

Warum überhaupt Taschengeld?

Warum bekommt ein Kind eigentlich Taschengeld? Die Eltern können das Kind doch auch mit Sachleistungen glücklich machen. Süßigkeiten und Kleidung für das Kind bezahlen. Oder Bücher und das Guthaben für das Handy. Wer Taschengeld bekommt, lernt schon als Kind, wie man ein regelmäßiges Einkommen verwaltet. Natürlich: Das Taschengeld kann man an einem Tag verprassen. Oder man spart auf eine größere Anschaffung. Gut, wer frühzeitig den Umgang mit dem Geld erlernt!

Die Taschengeldtabelle als Richtlinie der Jugendämter

Die Taschengeldtabelle wird als Empfehlung der Jugendämter herausgegeben. Das bedeutet: Niemand muss sich zwingend danach richten. Schon Kinder im Kindergartenalter können ein Taschengeld bekommen. Hier wird ein Euro pro Woche empfohlen. Bis zum neunten Lebensjahr darf das auf drei Euro pro Woche ansteigen. Dann kann die Auszahlung auf einen monatlichen Rhythmus umgestellt werden.

Mit den Lebensjahren steigen auch die Ansprüche und Wünsche. So ist das nun mal in unserer wirtschaftlich geprägten Welt. Und mit den Ansprüchen darf auch das Taschengeld steigen. Für das Jahr 2020 liegt die Empfehlung für 18-jährige „Kinder“ bei 60 bis 80 Euro im Monat. Das sind natürlich keine Kinder mehr. Aber viele 18-jährige verdienen noch kein eigenes Geld.

Die individuelle finanzielle Situation

Das Taschengeld darf gut und gerne der finanziellen Situation einer Familie angepasst werden. Wenn die Mittel knapp sind, dann gibt es eben auch etwas weniger Taschengeld. Klingt unfair, aber auch die Eltern können sich dann meistens nicht alle ihre Wünsche erfüllen. Die regelmäßige Auszahlung des Taschengelds ist wichtiger als die Höhe. Zumindest aus pädagogischen Gesichtspunkten.

Was kaufe ich vom Taschengeld?

Diese Frage wird von der Taschengeldtabelle nicht beantwortet. Eltern investieren ja auch jenseits des Taschengeldes in ihren Nachwuchs. Kleidung, Schulsachen, Fahrtkosten oder auch das Abendbrot werden in der Regel ganz unabhängig vom Taschengeld finanziert. Was sich der junge Mensch selbst vom Taschengeld kauft und was von den Eltern direkt bezahlt wird, ist in jeder Familie ein ganz anderer Mix.


Foto: Gaertringen / pixabay.com (pixabay license)
Artikel geschrieben von Andreas Mettler
veröffentlicht am Mittwoch, 3. Juni 2020

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