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Die PISA Studien

pisa

Seit dem Jahr 2000 führt die OECD (die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) im Turnus von jeweils drei Jahren die PISA-Studie durch. PISA steht für das „Programme for International Student Assessment“. Die PISA Studie setzt sich das Ziel, alltags- und berufsrelevante Kenntnisse von Fünfzehnjährigen zu messen. Zusätzlich zur internationalen Studie der OECD können die Teilnehmerstaaten auch nationale Tests durchführen. Dies fand in Deutschland vor allem in den Jahren 2000 bis 2009 statt.

Das Konzept der PISA-Studien

Die PISA-Studien sollen im regelmäßigen Turnus im Auftrag der Regierungen (in Deutschland ist dies die Kultusministerkonferenz) durchgeführt werden. Im Gegensatz zu anderen Tests wird nicht die Leistung einer Schulklassenstudie bemessen, sondern einer Altersstufe. Der Test wird dabei nicht auf ein Schulfach bezogen und bezieht auch Aufgaben, die persönlich oder kulturelle Schwerpunkte setzen, mit ein. Dabei wird auch Wissen getestet, das über den Lehrplan des Schulwissens hinaus geht. PISA soll nicht nur den aktuellen Wissensstand abbilden, sondern auch zu Verbesserungen beitragen und auf Nationale Lehrpläne einwirken.

Drei Themengebiete

Die PISA-Studien konzentrieren sich im Wesentlichen auf drei Themengebiete:

  • Lesekompetenz
  • Mathematik
  • Naturwissenschaften

Einer dieser Schwerpunkte wird jeweils vertieft untersucht und im Dezember des Folgejahrs veröffentlicht.

Außerdem werden Querschnittsthemen untersucht:

  • Lernstrategien und selbstreguliertes Lernen
  • Problemlösung
  • Informationstechnische Grundbildung

Diese Zusatzerhebung findet nicht in allen Staaten statt.

Die willkürliche Skala

Die Schülerleistung wird bei PISA auf der Grundlage einer willkürlichen Skala definiert. Durch den Vergleich der unterschiedlichen Länder werden die Ergebnisse dann in den Kontext zueinander gesetzt. Die Berichte der OECD setzen in diesem Zusammenhang ihren Schwerpunkt auf den Vergleich der Länder in den Ranglisten.

Wie schneidet Deutschland ab?

Im Jahre 2015 erreichte Deutschland in der Kategorie Mathematik 506 Punkte. Zum Vergleich: Der PISA Sieger Singapur erreichte 564 Punkte, die USA nur 470. Bei den Naturwissenschaften liegt Deutschland bei 509 Punkten (Singapur: 556, USA: 496), bei der Lesekompetenz hat Deutschland ebenfalls 509 Punkte (Singapur: 353, USA: 497). Insgesamt erreichte Deutschland damit Platz 16 im internationalen PISA-Vergleich. Die Spitzenplätze wurden von

  1. Singapur
  2. Japan
  3. Estland
  4. Chinesisch Taipeh
  5. Finnland

belegt. Das Schlusslicht bildeten

  • Der Kosovo
  • Algerien
  • Die Dominikanische Republik.

Kritik an den PISA Studien

Die OECD hat eine wirtschaftliche Ausrichtung. Und so wird an der PISA Studie kritisiert, dass gesellschaftswissenschaftliche und künstlerische Fertigkeiten bei PISA praktisch gar nicht ins Gewicht fallen. PISA zeige zudem eine Ausrichtung an angelsächsisch ausgelegten Lehrplänen, was zu einer Verzerrung der Ergebnisse führen könne. Verschiedene Aufgaben können in unterschiedlichen Sprach- und Kulturkontexten nicht gleichwertig in ihrer Schwierigkeit betrachtet werden.

Auch der Grundgedanke einer standardisierten Bildung ist umstritten. Die Tatsache, dass die OECD nicht nur an der Erhebung von Daten interessiert ist, sondern selbst eine Umgestaltung der Bildungssysteme anstrebt, ist nicht unumstritten.

Kritisch wurde in der Vergangenheit ans der PISA Studie auch betrachtet, dass das Auswahlverfahren der getesteten Schüler länderabhängig unterschiedlich war. So wurden Schüler mit Lernbehinderungen in manchen Ländern getestet, in anderen Ländern vom Test ausgenommen. So wurden etwa in Finnland Legastheniker vollständig vom Test ausgeschlossen. In einigen Ländern wurden leistungsstarke Teilnehmer für die Teilnahme finanziell vergütet.


Foto: Geralt / pixabay.com (CC0 Creative Commons)
Artikel geschrieben von Andreas Mettler
veröffentlicht am Mittwoch, 21. März 2018

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