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Die UN-Kinderrechtekonvention

kinderrechtekonvention

Das „Übereinkommen über die Rechte des Kindes“ trat am 2. September 1990 in Kraft. Auf dem Weltkindergipfel vom 29. Bis zum 30. September 1990 wurde die UN-Kinderrechtekonvention durch Regierungsvertreter der ganzen Welt anerkannt. Eine Ratifizierung der USA steht bis heute aus. In Deutschland wurde das Übereinkommen zunächst mit Vorbehalten ratifiziert. Im Jahre 2002 traten zwei Zusatzprotokolle in Kraft.

Standards zum Schutze des Kindes

Gemäß der UN-Kinderrechtekonvention wird ein Mensch, der das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, als Kind definiert. Abweichend hiervon kann die Volljährigkeit in einigen Staaten (so etwa in islamischen Ländern) schon zu einem früheren Zeitpunkt eintreten. Das Übereinkommen über die Rechte des Kindes setzt die wesentlichen Standards zum Schutz von Kindern über die vier zentralen Grundsätze:

  1. Die Entwicklung
  2. Die Nichtdiskriminierung
  3. Die Wahrung der Interessen der Kinder
  4. Die Beteiligung von Kindern

54 Artikel mit 10 Grundrechten

Die UN-Kinderrechtekonvention besteht aus 54 Artikeln. Diese stellen 10 Grundrechte heraus:

  1. Der Schutz vor Diskriminierung unabhängig von Herkunft, Geschlecht und Religion mit dem Recht auf Gleichbehandlung
  2. Das Recht auf eine Staatsangehörigkeit und auf einen Namen Das Recht auf Gesundheit Das Recht auf Ausbildung und Bildung Das Recht auf Erholung, Freizeit und Spiel Das Recht auf Versammlung, Information und die Möglichkeiten gehört zu werden und sich mitzuteilen Das Recht auf gewaltfreie Erziehung, Privatsphäre in Bezug auf Frieden und Gleichberechtigung Das Recht auf Soforthilfe im Falle von Katastrophen und anderen Notlagen, sowie der Schutz vor Vernachlässigung, Grausamkeit, Verfolgung und Ausnutzung Das Recht auf ein sicheres Zuhause, eine Familie und elterliche Fürsorge Das Recht auf Betreuung und Unterstützung im Falle einer Behinderung

Kindern wird das Recht gegeben, ohne Diskriminierung in einer sicheren Umgebung aufzuwachsen. Kinder haben das Recht auf einen Zugang zu medizinischer Versorgung, Nahrung und Wasser sowie auf Ausbildung und die Mitsprache im Zusammenhang mit Entscheidungen, die das Wohlergehen des Kindes betreffen.

Umsetzung in Deutschland und Vorbehalte

Die UN-Kinderrechtekonvention wurde von Deutschland im Jahre 1992 zunächst mit Vorbehalten angekommen. Diese bezogen sich vor allem auf das Recht einer Abschiebehaft von Kindern und Jugendlichen. Diese Vorbehalte wurden am 15. Juli 2010 zurückgenommen. Zur Umsetzung der Kinderrechtekonvention wurde als Initiative der Bundesregierung zwischen 2005 und 2010 ein Nationaler Aktionsplan für ein kindgerechtes Deutschland beschrieben. Dieser beschreibt sechs Themengebiete

  1. Bildung und Chancengerechtigkeit
  2. Gewaltfreies Aufwachsen
  3. Gesundes Leben in gesunden Umweltbedingungen
  4. Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendliche und Kinder
  5. Entwicklung des angemessenen Lebensstandards für Kinder
  6. Internationale Verpflichtungen.

Hier finden Sie die UN-Kinderrechtekonvention


Foto: By Joowwww - Own workPhoto for reference use on Military aircraft insignia page., Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=44276
Artikel geschrieben von Andreas Mettler
veröffentlicht am Sonntag, 18. Dezember 2016

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