Beitrag von D.H. am 14.05.2006
Hallo mein Kind ist 18 Monate und hat vor ein paar Wochen damit angefangen sich selbst auf den Kopf zu schlagen. Ich weiß nicht mehr was ich machen soll, denn ich habe schon versucht seine hand festzuhalten,ihn abzulenken und habe "Nein" gesagt aber nichts hat geholfen. Was soll ich tuen???
Beitrag von K. am 16.05.2006
In 99% der Fälle will das Kind nur Aufsehen (das es dann aber nicht bekommen sollte) erregen und verletzt sich nicht wirklich selbst.
Wenn das Kind sich tatsächlich selbst verletzen sollte, sollte es von einem Neurologen untersucht werden. Ein solches Verhalten tritt auch im Zusammenhang mit dem Borderline-Syndrom, Autismus, Depressionen und Schizophrenie auf.
Beitrag von I.S. am 16.03.2007
Guten Tag, ich habe dasselbe Problemm, mein Sohn ist 19 mon, und seit eine Woche tut er das, er schlegt sich in Augen, mit beiden Händen, oder ins Nase. ich habe auch versucht seine Hände festzuhalten, ihm das verbieten, aber es nutzt nichts, er ärgert sich und tut wieder. Was haben Sie weiter gemacht, sind Sie bei dem Artzt geweisen, ist das schlim? ist das vorübergeende Trotzfase? Bitte antworten Sie mir.
( Entschuldigen Sie mein Deutsch, ist nich meine Muttersprache) Mit freundlischen Grüssen Iryna S.
Beitrag von H. am 01.04.2007
Dafür, dass es nicht Ihre Muttersprache ist, ist es doch recht gut!
Also, ich würde dieses Verhalten nicht auf die leichte Schulter nehmen - nicht, ohne einen Arzt zu fragen. Bitte suchen Sie einen Arzt auf und lassen Sie Ihr Kind untersuchen. Sollte dieser meinen, dass es nichts Schlimmes ist, dann ist es ok; aber Sie sollten sich auf jeden Fall so Gewissheit verschaffen.
Beitrag von N.S. am 11.06.2007
Hallo.
Meine Tochter ist zwar nicht mehr ganz so jung, aber sie schlägt sich auch selber. Mit fast 7 Jahren.
Ich kann nich waage erinnern, dass sie es hin u. wieder auch als kleinkind machte, dachte mir aber nicht viel dabei sondern schob es auf die bekannte "Trotzphase".
Nun ist es so schlimm entwickelt, dass sie noch weitere Verhaltensauffälligkeiten zeigt und nun stationär in eine Kinder- und Jugendpsychatrie kommt.
Meine persönlichen Ratschläge aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen u. teilweise eigenen Fehlern wären:
Stelle selbstkritisch u. möglichst objektiv eine Frage-Antwort-Liste auf:
1. Wann reagiert es insbesondere auf diese Weise
2. Bekommt dein Kind genug Aufmerksamkeit?
3. Wieviel Stunden in etwa bzw. durchschnittlich/Tag
4. Wie sieht die Aufmerksamkeit aus?
5. Streitest du dich ggf. öfter mit der Kindesmutter?
6. Hat das Kind noch Geschwister, denen gegenüber sich das Kind benachteiligt fühlt.
Ich führ zur Zeit für meine Tochter eine Art tagebuch, in welchem ich verzeichne, wann sie warum und wie reagiert hat.
Warte nicht zu lange, diese Problematik bei dem Kinderarzt anzusprechen. In den meisten Fällen kann er dich korrekt beraten und ggf. weiter überweisen.
Sollte der Arzt dies als Phase abtun und du bemerkst, dass es gar nicht aufhört oder gar extremer wird, suche selber einen Kinderpsychologen auf. Erkundige dich aber zuvor, ob es geeignete kleinkindpsychologen überhaupt gibt. Ich gehe zwar erst mal davon aus, kann mich aber auch irren.
Ich wünsche dir alles Gute und hoffe für euch, dass es nicht Ernstes ist!
LG
Nicole
Beitrag von i. am 12.06.2007
Hallo, vielen Dank für dein so ausführlichen Beitrag. Damals sind wir bei Kinderarzt gewesen, er meinte, das es nicht schlimm sei , ich muss nur beobachten, wann reagiert er so, und diese Situazion gar nicht erst zulassen, nicht auf die Schläge konzentrieren, falls er doch tut, sondern ablehnen, mit Kind spielen , singen, klatschen…
Damals(vor 2 Mon.) hat er nach eine Woche aufgehört sich zu schlagen, aber seit kurze, wider angefangen. Und ich sehe, dass das alles wirklich verlangen nach Aufmerksamkeit. Ich arbeite zuhause, und meine Anwesenheit ist meinem Sohn nicht genug, er möchte einen Mitspieler, ganzen Tag, und ich langweile mich zu Tode mit Autos zuspielen(seine große Leidenschaft, alles was Räder hat). Ich kann noch Legosteine bauen, Putzle oder Fussball mit ihn spielen, aber bitte, bitte nicht Autos.
Und dazu wesentliches: er spricht noch nicht. Er wächst zweisprachig, versteht alles, aber kann nicht sein Wünsch auszusprechen und ergärt sich, das wir ihn nicht verstehen. Dann schreit er ziemlich ärgerlich und werft Spielzeug. Jetzt seine Hände frei sind und er schlägt sich ins Gesicht, eher tut so, ob er schlägt. Ich versuche wieder mehr Zeit mit ihm zu verbringen, alles stehen und liegen lassen und nur für ihn da sein, arbeiten kann ich ja spätabends, wenn er schläft.
LG Iryna
Beitrag von N. am 14.06.2007
Halli Iryscha,
Was du soeben über dein Kind so geschrieben hast, spiegelt sich original bei meiner Tochter wieder. Nur, dass sie, als es extrem auffällig wurde, bereits älter war.
Ich gehe mal zunächst auf den (mangelnden) Sprachgebrauch ein:
Wir vermuteten zunächst auch eine Frustration bei meiner Tochter, da sie auch zu diesem Zeitpunkt sehr schlecht sprach. Wir (Kindergarten u. ich) gingen davon aus, dass meine Tochter sich missverstanden fühlt und daher so aggressiv reagieren würde. Ich ließ sie in einer pädaudiologischen Praxis einen Spezialhörtest machen, welcher Klarheit darüber verschaffen sollte, ob sie überhaupt akustisch richtig hören kann. Nachdem diese Untersuchung ohne Befund war, begann meine Tochter eine logopädische Behandlung, welche sie mit Erfolg besucht. Auch sie sucht immer die 110 % ige Aufmerksamkeit, was mir leider nicht möglich war, zumal sie noch zwei Brüder hat, die mich auch brauchen. Ich habe eine ganz liebe Logopädin für meine Tochter, die mich nicht nur informierte- sondern mir auch anbot, mit meinem kl. Sohn (21 Mon.) einen Sprachtest zu machen. Es ist also möglich, dies bereits bei den kleinen Würmchen schon abklären zu können, ob diese sprachverzögert sind
Beitrag von N. am 14.06.2007
Fortsetzung:
Bezüglich der Aufmerksamkeit, wurde mir von einer Psychologin gesagt, dass auch unsere kleinen Mäuse lernen müssen, dass Mama u. Papa mal eine Auszeit brauchen und ihnen diese auch zusteht. Natürlich ist es bei den Kleinen noch schwieriger, ihnen das so zu vermitteln.
Meine Tochter muss aber inzwischen lernen, dass sich nicht immer alles um sie dreht. Ich erwähnte bereits, dass es bei ihr inzwischen so schlimm ist, dass sie in eine psychologische Klinik stationär muss. Da kann man sich ja ein wenig vorstellen, wie schwierig es u. diesen Umständen bei uns zu hause ist. Zudem verweigert der Kindesvater meiner Tochter (Ich bin 2.mal verheiratet) die Unterschrift, was nun noch juristische Probleme mit sich zieht. Soll heißen, da liegen die Nerven schon mal blank und man findet aufgrund der Spannungen nicht die Kraft, noch ausreichend mit dem Kind zu kuscheln, was wieder Selbstvorwürfe mit sich bringt. Nur wer das einmal erlebt hat, kann nachvollziehen, wovon ich rede. (Bevor ich attackiert werde, schlechte Mutter zu sein, weil ich mit meinem Kind nicht kuscheln mag)Darauf hin erklärte mir die Psychologin auch, dass dies auch zu einer Auszeit gehört und man als Eltern seinen Kindern z.B. ruhig vermitteln darf, "Du Schatz, Mama geht´s jetzt nicht gut, ich möchte nicht kuscheln". Kinder müssen lernen, auch die Bedürfnisse der Eltern zu akzeptieren. Das soll natürlich kein Freibrief für die Eltern sein, die meinen, sich jetzt nun gar nicht mehr um die Kinder kümmern zu müssen. Wir sprechen hier von Extremsituationen. Unsere Kinder bestimmen nach wie zuvor unseren Tagesablauf und das ist für die Kinder auch gut so.
Das heißt aber, du musst dich nicht selber dadurch zwingen, mit deinem Sohn Autos zu spielen. Zumal du ja bereit bist, dich anderweitig u. nach seinen Interessen mit ihm zu beschäftigen, muss er auch jetzt schon lernen, dass er nicht immer seinen Willen bekommen kann. Der Kinder- u. Jugendtherapeut riet mir damals, dass wenn Kinder so extrem reagieren (Wutausbrüche, sich selber schlagen etc.) es seiner Erfahrung nach meist am Besten klappt, wenn man das Kind z.B. durch auskitzeln zum Lachen bringt. Bei den Kleinen ist es auch meist noch einfach, aber bei größeren Kindern kann es durchaus mühsam werden.
Du kennst dein Kind am Besten: Bringe es in solchen Situationen einfach irgendwie zum Lachen, dann vergisst es seinen Grund, warum es sich gerade wieder selber geschlagen hat oder warum er gerade einen Wutausbruch bekommen hatte.
Ich hoffe, mit meinen Erfahrungen in dieser Sache geholfen zu haben.
Liebe Grüße und alles Gute
Nicole
Beitrag von A. am 11.09.2007
Hallo Nicole!
Wie ich gelesen habe, mußtest du dich ausführlich mit diesem Thema befassen. Kannst du mir vielleicht Fachliteratur diesbezüglich empfehlen? Ich bin wie du und die anderen in diesem Forum eine betroffene Mutter. Meine 15 Monate alte Tochter hat vor einer Woche angefangen sich den Kopf gegen etwas zu stoßen nachdem wir ihr Grenzen gesetzt haben. Wir sind völlig ohnmächtig, wenn wir das bei der Kleinen beobachten, und sind deshalb ratlos und reagieren sicherlich auch unbeholfen, wenn unsere Tochter sich weh tut.
Beitrag von B.B. am 27.10.2007
Hallo, ich bin auch eine betroffene Mutter, aber eine anderer Art. Mein Sohn ist schon 10 Jahre alt und schlägt sich nicht selbst, sondern er verbiegt seinen Körper an bestimmten Stellen (Hand-, und Fussgelencke, Rücken) so extrem, das es ihm weh tut. Und das tut er unter Zwang... ich fragte ihn (in einer ruhigen Minute) warum er das tut und er sagte mir, das sein Körper ihn zwingt sich solange zu verbiegen bis es ihm weh tut. Wenn dieser Schmerz dann da war, ist wieder ein Stückchen gut und dann geht es wieder von vorne los. Und er kann nicht dagegen tun und auch nicht einfach damit aufhören. Da war ich echt erschrocken und er hat geweint, war aber gleichzeitig auch erleichtert, das es endlich raus war. Dann hat er mir erzählt, das er das auch schon im Schulbus machen musste und andere Kinder ihn fragten, ob er ein wenig behindert ist. Und er hat sich nicht getraut es mir zu erzählen, das macht mich echt fertig...ich muß ehrlich gestehen, das mir auch nicht wirklich was aufgefallen ist. Er hat mir schon ab und zu gesagt das ihm seine Gelenke und Waden weh tun würden, aber ich schob das auf den Wachstum...wer ahnt denn auch so was. Direkt darauf aufmerksam geworden, bin ich an einem Abend, als die ganze Familie einen DVD-Abend gemacht hat und er ständig diese Verränkungen gemacht hat. Wenn mich diese "Zapelleien" nicht so verrückt gemacht hätten und ich darauf bestanden hätte das er aufhört .... wüsste ich das bis jetzt noch nicht .
Sonst, wenn der Zwang los ging, hat er sich immer in sein Zimmer zurückgezogen und ich dachte mir nicht viel dabei, ich dachte, dass das mit seiner Entwicklung zusammen hängt und er einfach mal seine Ruhe vor dem Rest der Familie wollte....
Naja, auf alle Fälle haben wir uns eine gute Psychologin gesucht, mit der wir ab demm 07.11.01 Ursachenvorschung betreiben.
Mein Problem / Angst ist nun, das mein Sohn sein Problem durch mich hat...ich muß nämlich gestehen, ich hatte eine sehr schlimme Kindheit und bin (denke ich )deshalb eine ganz schlimme Glucke geworden. Ich wollte meinen Kindern (2) eine 1000 fach schönere Kindheit bieten als ich sie hatte und nun muß mein Großer zum Psychologen...ich habe voll die Versagensängste...bin ich eine schlechte Mutter ? Ich weiß gar nicht so richtig wie ich mich verhalten soll, soll ich so weiter machen wie bisher, oder sollte ich meine "Erziehungsmethoden" in Frage stellen. Sollte ich selbst mir auch Hilfe suchen...?
Wäre über jeden Rat dankbar...LG Bianca
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